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Niederrhein Gärtner

Ratgeber

Sieben Themen, zu denen uns jedes Jahr die meisten Fragen erreichen.

Worauf es beim Balkonkasten ankommt

Fertig bepflanzter Balkonkasten mit Zauberglöckchen, Geranien und Verbenen
Große Pflanzen in die Mitte, hängende an den Rand.

Beim Bepflanzen lohnt sich ein kurzer Blick auf die Pflanzen: Welche wächst aufrecht, welche hängt später über den Rand? Welche braucht viel Sonne und welche kommt mit weniger Licht zurecht?

Stellen Sie die Pflanzen zunächst im Kasten zusammen, bevor Sie sie einpflanzen. So finden Sie schnell eine gute Anordnung und schaffen die Grundlage für einen schönen Balkonkasten.

Vor dem Einsetzen tauchen Sie den Wurzelballen in einen Eimer Wasser, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Ein trockener Ballen nimmt später im Kasten kaum noch Wasser auf, das ist eine der häufigsten Ursachen für Pflanzen, die von Anfang an kümmern.

Als Faustregel passen in einen Kasten von 60 Zentimetern drei bis vier Pflanzen. Mehr sieht am Anfang voller aus, führt ab Juli aber zu Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe.

Welche Pflanze für welchen Balkon

Die Himmelsrichtung entscheidet mehr über den Erfolg als alles andere. Diese vier Fälle decken fast jeden Balkon ab.

Süden, den ganzen Tag Sonne
Geranien, Zauberglöckchen, Petunien, Verbenen und Fächerblume. Rechnen Sie im Hochsommer mit täglichem Gießen, an Hitzetagen zweimal. Wer wenig Zeit hat, nimmt Geranien, sie verzeihen einen vergessenen Tag am ehesten.
Westen, Sonne ab Mittag
Fast alles gedeiht hier. Die Nachmittagssonne ist die heißeste des Tages, deshalb gelten dieselben Wasserregeln wie für den Südbalkon.
Osten, Morgensonne
Der angenehmste Balkon überhaupt. Sonne am Vormittag, Schatten in der Mittagshitze. Hier funktionieren Sommerblüher und Begonien gleichermaßen.
Norden, nie direkte Sonne
Hängebegonien sind die erste Wahl, dazu Fuchsien und Fleißige Lieschen. Geranien und Petunien werden hier lang und blühen kaum, das liegt nicht an der Pflege.

Richtig gießen

Gießen Sie früh am Morgen oder am Abend, nie in der Mittagssonne. Wichtiger als die Uhrzeit ist die Menge: lieber seltener und dafür durchdringend, bis unten Wasser austritt, als täglich ein Schlückchen. Bei kleinen Mengen bleibt die untere Hälfte des Ballens dauerhaft trocken.

Die Fingerprobe ist zuverlässiger als jeder Zeitplan: Ist die Erde oben zwei Zentimeter tief abgetrocknet, wird gegossen. Was nach zehn Minuten noch im Untersetzer steht, schütten Sie weg. Dauerhaft nasse Füße verträgt fast keine Balkonpflanze.

Regenwasser ist Leitungswasser vorzuziehen, besonders bei Zauberglöckchen, Petunien und Fächerblume. Am Niederrhein ist das Leitungswasser vielerorts mittelhart bis hart, was über Wochen den pH-Wert in der Erde anhebt.

Gelbe Blätter deuten

Drei ganz verschiedene Ursachen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, verlangen aber das Gegenteil voneinander. Entscheidend ist, welche Blätter gelb werden.

Untere Blätter Zu viel Wasser Junge Blätter Eisenmangel durch Kalk Alle Blätter Zu wenig Dünger

Zwei Wochen Urlaub

Im Hochsommer überleben Balkonkästen zwei Wochen ohne Wasser nicht. Diese Vorbereitungen verschaffen Ihnen die meiste Zeit:

  1. Alle Gefäße vom sonnigen Platz in den Halbschatten rücken, an die Hauswand oder unter einen Tisch. Das halbiert den Wasserbedarf.
  2. Am Tag vor der Abreise kräftig zurückschneiden. Weniger Blätter verdunsten weniger Wasser, und nach der Rückkehr treibt alles frisch durch.
  3. Verblühtes und Knospen entfernen, das spart der Pflanze zusätzlich Kraft.
  4. Durchdringend gießen und die Töpfe in flache Schüsseln stellen, ausnahmsweise mit etwas Wasser darin.
  5. Wenn möglich: jemanden bitten, nach einer Woche zu gießen. Kein System ersetzt das dauerhaft.

Tonkegel und Wasserflaschen funktionieren bei einzelnen Töpfen, bei einem gut durchwurzelten Balkonkasten in voller Sonne reichen sie im Juli nicht aus.

Geranien überwintern

Balkon mit dicht blühenden roten Hängegeranien
Gut überwinterte Geranien blühen im zweiten Jahr früher als neu gekaufte.

Holen Sie die Pflanzen vor dem ersten Frost herein, in der Regel im Oktober. Schneiden Sie die Triebe um etwa die Hälfte zurück und entfernen Sie alle Blüten und gelben Blätter, damit sich kein Schimmel bildet.

Das Winterquartier soll hell und kühl sein, ideal sind fünf bis zehn Grad. Ein ungeheizter Treppenaufgang, ein helles Kellerfenster oder eine frostfreie Garage funktionieren gut. Gegossen wird nur so viel, dass der Ballen nicht völlig austrocknet, etwa alle zwei bis drei Wochen ein wenig. Gedüngt wird gar nicht.

Im Februar oder März topfen Sie die Pflanzen in frische Erde, schneiden nochmals zurück und stellen sie heller und wärmer. Ab dann wieder regelmäßig gießen und leicht düngen. Nach den Eisheiligen dürfen sie zurück nach draußen.

Weihnachtsstern durch den Winter bringen

Roter Weihnachtsstern in einem Steintopf mit weihnachtlicher Dekoration
Hell, warm und ohne Zugluft, dann hält er bis weit ins neue Jahr.

Die meisten Weihnachtssterne nehmen bereits auf dem Heimweg Schaden. Die Pflanze stammt aus Mittelamerika und reagiert empfindlich auf Kälte: Schon wenige Minuten unter zwölf Grad können dazu führen, dass zu Hause nach ein paar Tagen die Blätter fallen. Lassen Sie die Pflanze deshalb gut einpacken und nicht im kalten Auto stehen.

Zu Hause steht sie hell und warm bei 18 bis 22 Grad, ohne Zugluft und nicht direkt über der Heizung. Gegossen wird erst, wenn die Erde oben abgetrocknet ist, dann aber richtig. Staunässe ist der zweite große Fehler: Überschüssiges Wasser nach zehn Minuten aus dem Übertopf gießen.

Der Milchsaft kann bei empfindlicher Haut reizen. Stellen Sie die Pflanze außer Reichweite von Kleinkindern und Haustieren auf.