Zum Inhalt springen
Niederrhein Gärtner

Weihnachtsstern

Euphorbia pulcherrima

Der Weihnachtsstern ist die meistverkaufte Topfpflanze des Winters, und er hat einen unverdient schlechten Ruf als schwierig. Tatsächlich ist er unkompliziert, wenn man eine einzige Sache beachtet: Er verträgt keine Kälte.

Die Pflanze stammt aus Mittelamerika. Was aussieht wie Blütenblätter, sind in Wirklichkeit gefärbte Hochblätter, die sich um die unscheinbaren gelben Blüten in der Mitte anordnen. Solange diese kleinen gelben Knospen noch geschlossen sind, steht der Pflanze die längste Zeit ihrer Schönheit noch bevor.

Roter Weihnachtsstern in einem Steintopf mit weihnachtlicher Dekoration

Was wie Blütenblätter aussieht, sind gefärbte Hochblätter. Die eigentlichen Blüten sitzen als kleine gelbe Punkte in der Mitte.

Standort
Hell, 18 bis 22 Grad, ohne Zugluft
Schmuckzeit
November bis Februar
Wuchs
Buschig aufrecht, je nach Topf 20 bis 50 cm
Gießen
Erst wenn die Erde oben trocken ist
Düngen
Im Winter kaum nötig
Kälte
Schon unter 12 Grad drohen Schäden
Schneiden
Erst im Frühjahr, wenn überhaupt
Hinweis
Milchsaft kann die Haut reizen

Der Weg nach Hause

Die meisten Weihnachtssterne nehmen Schaden, bevor sie überhaupt zu Hause ankommen. Schon wenige Minuten bei Temperaturen unter zwölf Grad genügen, damit die Pflanze Tage später ihre Blätter abwirft. Man sieht dem Schaden im Laden nichts an, er zeigt sich erst später.

Lassen Sie die Pflanze deshalb gut einpacken, tragen Sie sie zügig zum Auto und lassen Sie sie nicht im kalten Kofferraum stehen, während Sie noch weiter einkaufen.

Der richtige Platz

Hell, aber ohne pralle Mittagssonne. Ein Platz in Fensternähe ist ideal, im Winter ist die Sonne ohnehin schwach genug.

Zwischen 18 und 22 Grad fühlt sich die Pflanze wohl. Was sie gar nicht mag, ist Zugluft: der Platz neben der oft geöffneten Haustür, das Fensterbrett über der Heizung, an dem beim Lüften kalte Luft einfällt, oder die Nähe zu einem Kamin.

Direkt über einer heißen Heizung wird die Luft zu trocken, dann fallen die unteren Blätter ab.

Gießen

Hier wird der zweithäufigste Fehler gemacht. Gießen Sie erst, wenn sich die Erde an der Oberfläche trocken anfühlt, dann aber durchdringend.

Verwenden Sie zimmerwarmes Wasser. Kaltes Wasser direkt aus der Leitung ist für die Wurzeln ein Schock.

Der Übertopf ist die Falle. Weihnachtssterne werden fast immer in dekorativen Übertöpfen oder mit Folie verkauft. Gießwasser sammelt sich dort unsichtbar, und die Wurzeln stehen im Nassen. Warten Sie nach dem Gießen zehn Minuten und schütten Sie weg, was sich gesammelt hat.

Düngen

Während der Schmuckzeit von November bis Februar braucht die Pflanze praktisch keinen Dünger. Sie wächst kaum und zehrt von dem, was in der Erde ist.

Wer die Pflanze über das Frühjahr weiterkultiviert, düngt ab März alle vier Wochen mit normalem Grünpflanzendünger.

Nach der Weihnachtszeit

Viele Menschen entsorgen den Weihnachtsstern im Januar. Das muss nicht sein, er ist eine mehrjährige Pflanze und kann bei guter Pflege jahrelang leben.

Damit er wieder rot wird

Der Weihnachtsstern färbt seine Hochblätter nur, wenn die Tage kurz genug sind. In der Gärtnerei wird das gesteuert, zu Hause müssen Sie ein wenig nachhelfen, denn schon das Licht einer Zimmerlampe stört diesen Vorgang.

Ab Ende September braucht die Pflanze täglich mindestens zwölf bis dreizehn Stunden vollständige Dunkelheit, und das ungefähr acht Wochen lang. In der Praxis heißt das: jeden Abend einen lichtdichten Karton darüberstülpen oder die Pflanze in einen Raum stellen, in dem abends nie das Licht angeht.

Wichtig ist, dass wirklich kein Licht dazwischenkommt. Eine einzige Nacht mit Störlicht kann die Ausfärbung um Wochen verzögern. Tagsüber steht die Pflanze wieder hell.

Zur Giftigkeit

Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen, und wie alle Vertreter dieser Familie enthält er einen weißen Milchsaft. Bei empfindlichen Menschen kann er Hautreizungen auslösen, im Mund brennt er unangenehm.

Heutige Sorten sind deutlich milder als ihr Ruf, ernsthafte Vergiftungen sind bei uns nicht bekannt. Trotzdem sollte die Pflanze außerhalb der Reichweite von Kleinkindern und Haustieren stehen. Nach dem Schneiden Hände waschen.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Kälte auf dem Heimweg

    Der mit Abstand häufigste Grund für einen Weihnachtsstern, der nach einer Woche kahl ist. Wenige Minuten unter zwölf Grad reichen aus. Gut einpacken lassen und nicht im kalten Auto stehen lassen.

  2. Wasser im Übertopf

    Weil das Wasser im Dekotopf oder in der Folie unsichtbar bleibt, merkt man es erst, wenn die Blätter hängen. Zehn Minuten nach dem Gießen ausleeren, das ist die ganze Kunst.

  3. Zugluft

    Der Platz neben der Haustür oder auf dem Fensterbrett, an dem beim Lüften kalte Luft einfällt, bekommt der Pflanze nicht. Sie reagiert darauf mit Blattfall, oft erst Tage später.

Sorten aus unserer Gärtnerei

Wir kultivieren Weihnachtssterne in Rot, Weiß, Rosa und gesprenkelten Sorten, als Einzelpflanze im kleinen Topf bis zum großen Mehrtrieber und als bepflanzte Schale.

Sortenfotos: Dümmen Orange, Selecta One, Florensis und Royal Van Zanten. Einzelheiten unter Bildnachweise.

So wächst diese Pflanze auf

Unsere Weihnachtssterne stehen ab dem Sommer im Gewächshaus in Kerken-Rahm. Bis eine verkaufsfertige Pflanze mit voll ausgefärbten Hochblättern dasteht, vergehen je nach Topfgröße etwa 25 bis 43 Wochen.

Produziert werden sie von der Gartenbau Welzel eGbR, einem Familienbetrieb in dritter Generation. Wenn Sie sehen möchten, wie das im Gewächshaus aussieht: Einblicke in die Gärtnerei.

Zum Weiterlesen