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Niederrhein Gärtner

Petunie

Petunia

Die Petunie ist der Klassiker unter den Balkonpflanzen, und das aus gutem Grund: Kaum eine andere Pflanze bringt so viel Blütenmasse auf so wenig Fläche. Je nach Sorte wächst sie überhängend, aufrecht oder buschig, mit Blüten von der Größe einer Ein-Euro-Münze bis zur Untertasse.

Petunien und Zauberglöckchen sind eng verwandt und werden ähnlich gepflegt. Der wichtigste Unterschied für Sie: Großblütige Petunien reinigen sich nicht selbst. Wer Verblühtes stehen lässt, hat ab Juli eine Pflanze, die mehr Samen bildet als Blüten.

Kübel mit violett und weiß gesprenkelten Petunien vor einer Gartenbank

Petunien in Violett und Weiß, sortenabhängig hängend oder aufrecht wachsend.

Standort
Sonnig, gern mit Regenschutz
Blütezeit
Mai bis Oktober
Wuchs
Je nach Sorte hängend bis aufrecht
Gießen
Reichlich, bei Hitze täglich
Düngen
Wöchentlich, sehr nährstoffhungrig
Ausputzen
Bei großen Blüten regelmäßig
Winterhart
Nein, verträgt keinen Frost
Hinweis
Nicht zum Verzehr geeignet

Der richtige Platz

Petunien wollen die volle Sonne. Sechs Stunden direkte Sonne am Tag sind das Minimum, mehr ist besser. Im Halbschatten blühen sie deutlich spärlicher und werden mit der Zeit lang und dünn.

Ein Platz unter einem Dachvorsprung oder einem Balkon darüber ist ideal, denn große Petunienblüten sind empfindlich gegen Dauerregen. Nasse Blüten kleben zusammen, werden braun und faulen. Kleinblütige Sorten stecken Regen deutlich besser weg.

Auch die Petunie verträgt keinen Frost. Vor Mitte Mai bleibt sie nachts besser geschützt.

Gießen

Petunien haben einen hohen Wasserbedarf. Ein gut eingewachsener Balkonkasten in voller Sonne braucht im Juli täglich Wasser, an Hitzetagen morgens und abends. Gießen Sie durchdringend, bis unten Wasser austritt, und leeren Sie danach den Untersetzer.

Gießen Sie möglichst von unten an die Erde und nicht über die Blüten. Nasse Blüten sind der Einstieg für Grauschimmel, besonders in Wochen mit wenig Sonne.

Auch Petunien mögen weiches Wasser. Wie das Zauberglöckchen brauchen sie einen leicht sauren Boden. Bei hartem Leitungswasser steigt der pH-Wert, und die Pflanze kann kein Eisen mehr aufnehmen. Erkennbar ist das an jungen, hellgelben Blättern mit grün bleibenden Adern. Regenwasser aus der Tonne löst das Problem, ein eisenhaltiger Dünger hilft ebenfalls.

Düngen

Petunien gehören zu den hungrigsten Balkonpflanzen überhaupt. Ohne regelmäßige Düngung ist ab Juli Schluss mit der üppigen Blüte. Entweder Sie arbeiten beim Pflanzen einen Langzeitdünger ein, oder Sie geben einmal wöchentlich Flüssigdünger ins Gießwasser.

Ein Dünger für Balkonpflanzen mit erhöhtem Kaliumanteil fördert die Blütenbildung und macht die Triebe stabiler. Ab Ende August reduzieren Sie die Gaben.

Ausputzen und Rückschnitt

Bei großblütigen Petunien entfernen Sie Verblühtes regelmäßig, am besten samt Blütenstiel bis zum Ansatz. Wenn Sie nur die welke Blüte abzupfen und den dicken Fruchtknoten stehen lassen, steckt die Pflanze ihre Kraft weiter in die Samenbildung.

Viele moderne, kleinblütige Sorten sind selbstreinigend und brauchen das nicht. Im Zweifel gilt: Was von allein abfällt, muss nicht gezupft werden.

Werden die Triebe im Hochsommer von unten kahl, kürzen Sie die ganze Pflanze um ein Drittel ein und düngen kräftig nach. Nach zwei bis drei Wochen blüht sie wieder durch.

Schön kombinieren

Petunien passen gut zu Zauberglöckchen, Verbenen, Zweizahn und Fächerblume, weil alle einen sonnigen Platz und ähnlich viel Wasser wollen. In einen 60er Kasten gehören drei bis vier Pflanzen.

Weniger gut funktionieren Kombinationen mit Pflanzen, die es trocken mögen. Wer Petunien und mediterrane Kräuter in denselben Topf setzt, verliert am Ende eines von beiden.

Wenn die Saison endet

Petunien sind einjährig und enden mit dem ersten Frost. Ein Überwintern lohnt sich nicht, junge Pflanzen sind im Frühjahr deutlich vitaler.

Alte Erde kommt auf den Kompost, Kästen werden ausgewaschen. So nehmen Sie keine Krankheitserreger mit ins nächste Jahr.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Verblühtes stehen lassen

    Bei großblütigen Sorten der häufigste Grund für eine Pflanze, die ab Juli nur noch müde blüht. Die Samenbildung kostet Kraft, die für neue Knospen fehlt. Verblühtes samt Stiel ausbrechen, nicht nur die welke Blüte abzupfen.

  2. Über die Blüten gießen

    Nasse Blüten verkleben und faulen, gerade in regnerischen Wochen. Gießen Sie an die Erde und nicht von oben. Ein überdachter Platz nimmt Ihnen die Arbeit ab.

  3. Zu sparsam düngen

    Petunien verbrauchen enorm viel. Ohne wöchentliche Düngung oder Langzeitdünger werden die Blätter blass, die Blüten kleiner und die Triebe dünn. Das lässt sich nicht durch mehr Wasser ausgleichen.

Sorten aus unserer Gärtnerei

Unser Petuniensortiment reicht von kleinblütigen, regenfesten Sorten bis zu großblütigen Schaupflanzen, einfarbig, gestreift und gesprenkelt. Das Angebot wechselt von Saison zu Saison.

Sortenfotos: Dümmen Orange, Selecta One, Florensis und Royal Van Zanten. Einzelheiten unter Bildnachweise.

So wächst diese Pflanze auf

Unsere Pflanzen entstehen aus bewurzelten Stecklingen, die wir in Kerken-Rahm eintopfen und bis zur Blüte begleiten. Je nach Topfgröße und Jahreszeit vergehen dabei acht bis zwölf Wochen.

Produziert werden sie von der Gartenbau Welzel eGbR, einem Familienbetrieb in dritter Generation. Wenn Sie sehen möchten, wie das im Gewächshaus aussieht: Einblicke in die Gärtnerei.

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