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Niederrhein Gärtner

Chrysantheme

Chrysanthemum indicum

Die Chrysantheme ist die Pflanze für die zweite Hälfte des Gartenjahres. Wenn Petunien und Geranien müde werden, öffnet sie hunderte Blüten auf einmal und hält damit bis in den November durch. Eine gut gewachsene Topfchrysantheme ist eine dichte Kugel, bei der man die Blätter kaum noch sieht.

Als Topfpflanze bekommen Sie sie bei uns allerdings schon deutlich früher, ab Ende Mai. Wie das zusammenpasst, steht gleich im nächsten Abschnitt.

Dass sie erst im Herbst blüht, ist kein Zufall. Chrysanthemen sind Kurztagpflanzen: Erst wenn die Tage kürzer werden als etwa zwölf Stunden, legen sie Knospen an. Genau darauf ist die Kultur in der Gärtnerei abgestimmt.

Bepflanzte Chrysanthemenschale in Gelb, Orange und Rot auf einer herbstlichen Terrasse

Chrysanthemen bringen Farbe in die Wochen, in denen die Sommerblüher aufgeben.

Standort
Sonnig bis halbschattig, kühl
Erhältlich
Ende Mai bis Anfang November
Wuchs
Dicht kugelig, 25 bis 45 cm
Gießen
Regelmäßig, nie ganz austrocknen lassen
Düngen
Bei Herbstpflanzen kaum nötig
Ausputzen
Verblühtes entfernen
Winterhart
Nur bedingt, nicht abgehärtet
Hinweis
Kann Hautreizungen auslösen

Nicht erst im Herbst

Chrysanthemen gelten als Herbstblumen, und im Garten stimmt das auch. Als Topfpflanze gibt es sie bei uns aber schon ab Ende Mai. Der Grund liegt in ihrer Blütensteuerung: Sie brauchen kurze Tage, um Knospen anzulegen, und diese Tageslänge lässt sich im Gewächshaus über Verdunkelung einstellen. Deshalb stehen fertig blühende Schalen bereits im Juni bereit, während die Pflanzen im Beet erst im September so weit sind.

Besonders schön sind bepflanzte Schalen, in denen mehrere Farben und Blütenformen zusammenstehen. Sie halten mehrere Wochen und lassen sich drinnen wie draußen aufstellen, auf der Terrasse ebenso wie als Tischschmuck.

Worauf es beim Kauf ankommt

Dies ist der eine Punkt, der über Wochen Freude oder wenige Tage entscheidet: Wählen Sie eine Pflanze mit vielen noch geschlossenen Knospen und nur wenigen offenen Blüten.

Eine Chrysantheme, die im Laden schon voll aufgeblüht ist, sieht im Moment am schönsten aus, hat ihre Blütezeit aber größtenteils hinter sich. Eine knospige Pflanze wirkt zurückhaltender und blüht dafür vier bis sechs Wochen.

Der richtige Platz

Draußen sonnig bis halbschattig. Ein kühler Platz ist wichtiger als ein sonniger: Je kühler die Pflanze steht, desto langsamer öffnen sich die Blüten und desto länger hält der Flor.

Im Zimmer geht es auch, dort aber möglichst kühl und hell. Neben einer Heizung ist eine Chrysantheme innerhalb einer Woche durchgeblüht. Ein Platz im ungeheizten Flur oder auf der Fensterbank eines kühlen Raumes ist deutlich besser.

Auf der Terrasse, im Balkonkasten, in der Schale neben der Haustür: Chrysanthemen wirken überall dort, wo sonst im Herbst nichts mehr blüht.

Gießen

Der Wasserbedarf ist höher, als man vermutet. Unter den vielen Blüten steckt ein dicht durchwurzelter Ballen, der schnell austrocknet, gerade wenn die Pflanze eng bepflanzt in einer Schale steht.

Einmal richtig trocken heißt Knospenverlust. Trocknet der Ballen aus, wirft die Chrysantheme Knospen ab, die dann nicht mehr aufgehen. Die welken Blätter bleiben braun. Prüfen Sie im Herbst alle zwei Tage mit dem Finger, an sonnigen Tagen täglich.

Staunässe schadet ebenso. Gießen Sie durchdringend und leeren Sie Untersetzer und Übertöpfe.

Düngen

Eine im Herbst gekaufte, blühende Chrysantheme braucht keinen Dünger mehr. Ihre Blüten sind angelegt, sie zehrt bis zum Ende der Saison von dem, was im Topf ist.

Nur wer die Pflanze über das Jahr weiterkultiviert, düngt ab dem Frühjahr alle zwei Wochen bis etwa Ende August.

Frost und Haltbarkeit

Leichte Nachtfröste um minus zwei Grad überstehen die Pflanzen in der Regel, offene Blüten können dabei aber Schaden nehmen und glasig werden.

Wenn Frost angekündigt ist, decken Sie die Pflanzen abends mit einem Vlies ab oder rücken Sie die Töpfe dicht an die Hauswand. Das verlängert die Blüte oft um zwei bis drei Wochen.

Nach der Blüte

Topfchrysanthemen sind im Gewächshaus vorgetrieben und nicht abgehärtet. Sie gehören botanisch zu den Chrysanthemum-indicum-Hybriden. Die dauerhaft winterharten Gartenchrysanthemen, oft als Winterastern verkauft, sind eine andere Gruppe. Einen nassen, kalten Winter im Freien überstehen die Topfpflanzen deshalb oft nicht.

Der Grund ist meist nicht die Kälte allein, sondern die fehlende Zeit: Eine im Oktober gekaufte Pflanze wurzelt bis zum Frost nicht mehr richtig ein. Aussichtsreicher ist deshalb dieser Weg:

Zwei Faustregeln helfen bei der Einschätzung: Je größer und gefüllter die Blüten, desto frostempfindlicher ist die Sorte. Und wenn Sie von vornherein eine dauerhaft winterharte Pflanze suchen, fragen Sie im Handel gezielt nach Gartenchrysanthemen oder Winterastern, das ist eine andere Gruppe als die Topfchrysanthemen.

Zur Verträglichkeit

Chrysanthemen enthalten Stoffe, die bei häufigem Hautkontakt Reizungen und Allergien auslösen können. Das betrifft in erster Linie Menschen, die beruflich viel damit umgehen.

Für den normalen Umgang im Garten ist das kein Grund zur Sorge. Wer empfindlich reagiert, trägt beim Ausputzen Handschuhe.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Voll aufgeblühte Pflanze kaufen

    Sie sieht im Laden am besten aus und ist zu Hause nach zehn Tagen durch. Greifen Sie zur knospigen Pflanze, die hält vier bis sechs Wochen.

  2. Austrocknen lassen

    Der dicht durchwurzelte Ballen trocknet schneller aus als gedacht. Einmal richtig trocken, und die Pflanze wirft Knospen ab, die nicht mehr aufgehen. Im Herbst alle zwei Tage prüfen.

  3. Zu warm stellen

    Neben der Heizung öffnen sich alle Blüten gleichzeitig und die Pflanze ist binnen einer Woche vorbei. Je kühler der Platz, desto länger die Freude.

Sorten aus unserer Gärtnerei

Wir kultivieren Chrysanthemen in gefüllten und einfachen Blütenformen, von Weiß und Gelb über Rosa und Pink bis zu Bronze und Dunkelrot, als Einzelpflanze im Topf und in der bepflanzten Schale mit mehreren Farben.

Sortenfotos: Dümmen Orange, Selecta One, Florensis und Royal Van Zanten. Einzelheiten unter Bildnachweise.

So wächst diese Pflanze auf

Unsere Chrysanthemen werden im Sommer in Kerken-Rahm getopft und stehen dort, bis die Tage im Spätsommer kürzer werden. Erst dieser Wechsel löst die Blüte aus, weshalb Chrysanthemen so verlässlich zum Herbst hin aufblühen.

Produziert werden sie von der Gartenbau Welzel eGbR, einem Familienbetrieb in dritter Generation. Wenn Sie sehen möchten, wie das im Gewächshaus aussieht: Einblicke in die Gärtnerei.

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