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Niederrhein Gärtner

Zauberglöckchen

Calibrachoa

Zauberglöckchen sehen aus wie Petunien in klein, gehören aber zu einer eigenen Gattung aus Südamerika. Sie blühen ohne Pause von Mai bis zum ersten Frost, und zwar so dicht, dass die Blätter darunter kaum noch zu sehen sind. Das Beste daran: Verblühtes müssen Sie nicht abzupfen, das erledigt die Pflanze selbst.

Zwei Dinge sollten Sie über Zauberglöckchen wissen, dann laufen sie fast von allein. Erstens sind sie hungrig, sie brauchen deutlich mehr Dünger als die meisten anderen Balkonpflanzen. Zweitens mögen sie weiches Wasser. Wer beides beherzigt, hat den ganzen Sommer eine Blütenkugel auf dem Balkon.

Balkonkasten mit apricotfarbenen Zauberglöckchen, roten Geranien und weißen Verbenen

Zauberglöckchen in Apricot, kombiniert mit Geranien und Verbenen.

Standort
Sonnig bis halbschattig, windgeschützt
Blütezeit
Mai bis Oktober
Wuchs
Überhängend, Triebe 30 bis 50 cm
Gießen
Gleichmäßig feucht, am besten Regenwasser
Düngen
Wöchentlich flüssig oder Langzeitdünger
Ausputzen
Nicht nötig, reinigt sich selbst
Winterhart
Nein, verträgt keinen Frost
Hinweis
Nicht zum Verzehr geeignet

Der richtige Platz

Je mehr Sonne, desto mehr Blüten. In einem vollsonnigen Balkonkasten wächst ein Zauberglöckchen zur dichten Kugel heran, im Halbschatten blüht es weiterhin zuverlässig, bleibt aber lockerer. Ganz im Schatten lohnt es sich nicht, dort sind Begonien die bessere Wahl.

Wichtiger, als viele denken, ist der Windschutz. Die Triebe werden bis zu einem halben Meter lang und brechen an einer zugigen Ecke leicht ab. Eine Ampel hängt deshalb besser an der geschützten Hauswand als frei an der Balkonbrüstung.

Frost verträgt die Pflanze nicht. Vor Mitte Mai, also vor den Eisheiligen, sollte sie nachts geschützt stehen oder hereingeholt werden. Eine einzige Frostnacht reicht, um eine ganze Saison zu beenden.

Gießen

Zauberglöckchen wollen gleichmäßig feucht stehen, aber niemals nass. Die Fingerprobe genügt: Ist die Erde oben zwei Zentimeter tief abgetrocknet, wird gegossen, und zwar durchdringend, bis unten etwas herausläuft. Was nach zehn Minuten noch im Untersetzer steht, gehört weggeschüttet.

An heißen Julitagen kann ein gut durchwurzelter Kasten morgens und abends Wasser brauchen. Gießen Sie früh am Tag oder am Abend, nicht in der Mittagssonne.

Wenn möglich, Regenwasser verwenden. Zauberglöckchen wollen einen leicht sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0. Kalkhaltiges Leitungswasser hebt diesen Wert über Wochen langsam an, und sobald er über 6,0 steigt, kann die Pflanze das vorhandene Eisen nicht mehr aufnehmen. Am Niederrhein ist das Leitungswasser vielerorts mittelhart bis hart, deshalb lohnt sich die Regentonne hier besonders.

Düngen

Eine Pflanze, die fünf Monate durchblüht, verbraucht viel. Am einfachsten mischen Sie beim Pflanzen einen Langzeitdünger unter die Erde, der hält je nach Produkt zwei bis vier Monate. Wer flüssig düngt, gibt einmal pro Woche Blumendünger ins Gießwasser, in der Hauptblüte ab Juni eher etwas mehr als weniger.

Werden die jungen Blätter an den Triebspitzen hell und bleiben die Blattadern grün, fehlt Eisen. Das ist bei Calibrachoa der Klassiker und meist eine Folge von hartem Gießwasser. Ein eisenhaltiger Dünger, wie es ihn für Hortensien oder speziell für Zauberglöckchen gibt, bringt die Pflanze innerhalb von zwei bis drei Wochen zurück.

Ab Ende August können Sie die Düngung langsam zurückfahren.

Ausputzen und Rückschnitt

Zauberglöckchen sind selbstreinigend, verblühte Blüten fallen von allein ab. Sie müssen also nichts zupfen, was bei einer Pflanze mit hunderten kleinen Blüten eine echte Erleichterung ist.

Was im Hochsommer passieren kann: Die Triebe verkahlen von innen heraus, die Blüten sitzen nur noch an den Spitzen. Dann schneiden Sie die ganze Pflanze beherzt um etwa ein Drittel zurück und düngen anschließend kräftig. Nach zwei bis drei Wochen steht ein zweiter, oft noch schönerer Flor. Trauen Sie sich, die Pflanze verzeiht das problemlos.

Schön kombinieren

Zauberglöckchen lassen sich gut mit anderen Sommerblühern zusammenpflanzen, solange alle Partner ähnlich viel Wasser und Licht wollen. Bewährt haben sich Verbenen, Fächerblume, Zweizahn und Petunien. Sparen Sie sich Kombinationen mit trockenheitsliebenden Pflanzen wie Lavendel, dabei geht immer einer der beiden ein.

Als Faustregel für die Menge: In einen Balkonkasten von 60 Zentimetern gehören drei bis vier Pflanzen, in eine Ampel mit 30 Zentimetern Durchmesser drei. Wer mehr hineinsetzt, bekommt kurzfristig ein volles Bild und ab Juli Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe.

Wenn die Saison endet

Zauberglöckchen werden als einjährige Pflanzen gehalten. Beim ersten Frost ist Schluss, meist Ende Oktober oder im November. Theoretisch lassen sie sich hell bei etwa zehn Grad überwintern, in der Praxis lohnt es sich selten: Junge Pflanzen aus dem Frühjahr blühen deutlich kräftiger als überwinterte.

Die alte Erde gehört auf den Kompost und nicht in den nächsten Kasten, sie ist ausgelaugt und kann Krankheitserreger enthalten. Kästen und Ampeln vor dem Einlagern auswaschen.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Wasser im Untersetzer stehen lassen

    Das ist die mit Abstand häufigste Todesursache. Die Wurzeln bekommen keine Luft mehr und faulen. Verräterisch ist, dass die Pflanze schlapp hängt, obwohl die Erde nass ist. Wer dann gießt, macht es schlimmer. Untersetzer nach dem Gießen leeren und darauf achten, dass der Topf ein offenes Abzugsloch hat.

  2. Wochenlang nur hartes Leitungswasser

    Die Pflanze wird von oben her hellgelb, die Blattadern bleiben grün. Das ist kein Wassermangel und keine Krankheit, sondern Eisenmangel durch einen zu hohen pH-Wert. Regenwasser verwenden, wo es geht, und einen eisenhaltigen Dünger geben.

  3. Zu wenig Dünger

    Wer nur alle drei Wochen düngt, bekommt ab Juli eine Pflanze mit wenigen, kleinen Blüten und blassem Laub. Zauberglöckchen sind Vielfraße. Langzeitdünger beim Pflanzen einarbeiten oder wöchentlich flüssig nachlegen, das ist der eine Handgriff, der über die ganze Saison entscheidet.

Sorten aus unserer Gärtnerei

Wir kultivieren Zauberglöckchen in einfachen und gefüllten Sorten, einfarbig, gestreift und mehrfarbig, als Einzelpflanze im Topf, in der Ampel und in der fertig bepflanzten Schale. Welche Sorten in der jeweiligen Saison verfügbar sind, wechselt.

Sortenfotos: Dümmen Orange, Selecta One, Florensis und Royal Van Zanten. Einzelheiten unter Bildnachweise.

So wächst diese Pflanze auf

Unsere Pflanzen entstehen aus bewurzelten Stecklingen, die wir in Kerken-Rahm eintopfen und bis zur Blüte begleiten. Je nach Topfgröße und Jahreszeit vergehen dabei acht bis zwölf Wochen.

Produziert werden sie von der Gartenbau Welzel eGbR, einem Familienbetrieb in dritter Generation. Wenn Sie sehen möchten, wie das im Gewächshaus aussieht: Einblicke in die Gärtnerei.

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