Hängebegonie
Begonia boliviensis
Die Hängebegonie ist die Antwort auf den Nordbalkon. Wo Petunien und Geranien nur noch mickern, bringt sie von Mai bis zum ersten Frost hunderte schmale, leuchtende Blüten hervor, die an kleinen Stielen über den Topfrand fallen.
Sie stammt aus den Anden Boliviens und wächst dort in Felsspalten unter Bäumen. Das erklärt ihre Vorlieben: gedämpftes Licht, gleichmäßige Feuchtigkeit und gute Drainage. Ein Detail macht sie besonders interessant: Sie bildet Knollen und lässt sich damit über den Winter retten.
Hängebegonien blühen dort weiter, wo den meisten anderen Balkonpflanzen das Licht fehlt.
- Standort
- Halbschattig bis schattig, verträgt auch Sonne
- Blütezeit
- Mai bis zum ersten Frost
- Wuchs
- Überhängend, 30 bis 50 cm
- Gießen
- Gleichmäßig feucht, nicht über die Blätter
- Düngen
- Alle ein bis zwei Wochen
- Ausputzen
- Nicht nötig, reinigt sich selbst
- Winterhart
- Nein, Knolle überwinterbar
- Hinweis
- Nicht zum Verzehr geeignet
Der richtige Platz
Halbschatten ist ideal, tiefer Schatten funktioniert noch. Auch ein Nordbalkon, an dem nie direkte Sonne ankommt, reicht dieser Pflanze für eine volle Saison Blüte. Genau darin liegt ihr Wert, denn kaum eine andere Sommerblume leistet das.
Anders als die klassischen Knollenbegonien kommen die Sorten der Begonia boliviensis auch mit einem sonnigen Platz zurecht. Dort brauchen sie allerdings deutlich mehr Wasser, und an sehr heißen Standorten können die Blätter helle Flecken bekommen. Wer die Wahl hat, gibt ihnen Morgensonne und Nachmittagsschatten.
Windgeschützt sollte es sein, die Triebe sind vergleichsweise weich und brechen leicht.
Gießen
Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht. Weil Begonien meist im Schatten stehen, trocknet ihr Topf langsamer aus als der einer Geranie in der Sonne. Prüfen Sie deshalb lieber mit dem Finger, statt nach festem Zeitplan zu gießen.
Staunässe ist das größte Risiko. Die fleischigen Stiele und die Knolle faulen schnell, wenn Wasser im Untersetzer steht.
Gießen Sie an die Erde und nicht über das Laub. Begonienblätter bleiben im Schatten lange nass, und darauf setzt sich gern Mehltau.
Düngen
Alle ein bis zwei Wochen Flüssigdünger für Blühpflanzen genügt, oder ein Langzeitdünger beim Einpflanzen. Begonien sind weniger hungrig als Petunien.
Zu viel Stickstoff bringt große Blätter und wenige Blüten. Halten Sie sich an die Dosierung auf der Packung.
Ausputzen und Rückschnitt
Hängebegonien sind selbstreinigend, verblühte Blüten fallen von selbst ab. Ein Rückschnitt ist während der Saison nicht nötig.
Entfernen Sie gelegentlich abgestorbene Blätter, damit sie nicht auf der feuchten Erde liegen bleiben und faulen.
Die Knolle überwintern
Anders als die meisten Sommerblüher lässt sich diese Begonie über den Winter bringen, weil sie eine Knolle bildet.
- Im Herbst weniger gießen, sobald die Blüte nachlässt.
- Nach dem ersten Frost die oberirdischen Teile abschneiden.
- Die Knolle aus dem Topf nehmen, Erde grob abstreifen und einige Tage trocknen lassen.
- In einer Kiste mit trockenem Sand oder Torf dunkel bei etwa zehn Grad lagern.
- Ab März in frische Erde setzen, hell und warm stellen und wieder gießen.
Eine Einschränkung, die selten dazugesagt wird: Weil die Handelspflanzen aus Stecklingen gezogen werden, ist die Knolle nach dem ersten Sommer oft noch klein. Der Versuch schlägt dann fehl, obwohl alles richtig gemacht wurde. Ab dem zweiten Jahr stehen die Chancen deutlich besser.
Wer sich das sparen möchte, behandelt die Pflanze einfach als einjährig. Neue Pflanzen im Frühjahr blühen genauso gut.
Schön kombinieren
Im Schatten sind Fuchsien, Fleißige Lieschen und Funkien gute Nachbarn. Alle mögen ähnliche Bedingungen und bilden zusammen ein ruhiges, sattes Bild.
Als Solitär in einer Ampel kommt die Hängebegonie besonders gut zur Geltung, weil ihre Triebe frei nach unten hängen können.
Die drei häufigsten Fehler
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Staunässe
Die Knolle fault schneller als bei jeder anderen Balkonpflanze. Stehendes Wasser im Untersetzer oder ein Topf ohne Abzugsloch reichen dafür aus. Nach dem Gießen überschüssiges Wasser konsequent entfernen.
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Volle Mittagssonne
Die Blätter bekommen helle, papierartige Flecken, die nicht wieder verschwinden. Wenn Sie keinen schattigen Platz haben, wählen Sie einen mit Morgensonne und Schatten ab Mittag.
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Über die Blätter gießen
Im Schatten trocknet nasses Laub kaum ab, und Mehltau setzt sich fest. Gießen Sie direkt auf die Erde, am besten am Morgen.
Sorten aus unserer Gärtnerei
Bonfire Classic
Bonaparte Orange
Bonaparte Rot
Bonaparte Weiß
Glowing Embers Orange
Groovy Salmon Bicolour in der Ampel
Groovy Salmon Bicolour im Korb
Groovy Rose im Kübel
Unsere Hängebegonien gibt es in Orange, leuchtendem Rot und Weiß, mit hellgrünem oder bronzefarbenem Laub.
Sortenfotos: Dümmen Orange, Selecta One, Florensis und Royal Van Zanten. Einzelheiten unter Bildnachweise.
So wächst diese Pflanze auf
Unsere Pflanzen entstehen aus bewurzelten Stecklingen, die wir in Kerken-Rahm eintopfen und bis zur Blüte begleiten. Je nach Topfgröße und Jahreszeit vergehen dabei acht bis zwölf Wochen.
Produziert werden sie von der Gartenbau Welzel eGbR, einem Familienbetrieb in dritter Generation. Wenn Sie sehen möchten, wie das im Gewächshaus aussieht: Einblicke in die Gärtnerei.
Zum Weiterlesen
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Gartentipps der Bayerischen Gartenakademie
Wöchentliche Fachbeiträge einer staatlichen Einrichtung, unter anderem zu Balkonkästen, Erden und Düngung.
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Ideenwerkstatt Blumen und Pflanzen
Der Bereich Blumen und Pflanzen der Initiative 1000 Gute Gründe, mit Pflanzideen und Pflegetipps für Garten und Balkon.